Der Umbau durch Orgelbau Seifert, Kevelaer, 1976

Urgel_Seifert

In den Jahren nach dem II. Weltkrieg sorgte die sog.  „Orgelbewegung“ für die Ablehnung von pneumatischen Orgeln. Anstelle von romantischen grundtönigen Registern disponierte man nun hohe Mixturen und Aliquotstimmen, um vor allem barocke Orgelmusik besser spielen zu können und dem Orgelklang mehr Transparenz zu geben.

Auch die Fabritius-Orgel in St. Cäcilia entsprach nicht mehr dem Zeitgeschmack und wurde 1976 vollständig umgebaut. Nach einem Gutachten des damaligen Orgelsachverständigen des Erzbistums und Kölner Domorganisten Prof. Josef Zimmermann erhielt die Orgelbaufirma Romanus Seifert aus Kevelaer den Auftrag, die Orgel grundlegend zu erneuern.

Das Gehäuse der Orgel wurde um circa 1 ½  Meter nach vorne gezogen, in den Turmbogen wurde ein neues Schwellwerk eingebaut, der ursprüngliche Standort des Spieltischs im Durchgang zwischen Empore und Turm wurde aufgegeben und vor allem wurde ein neues stilfremdes Rückpositiv in die Emporenbrüstung eingebaut.

Die nun dreimanualige Orgel erhielt bei diesem Umbau außerdem elektrische Schleifladen, elektrische Trakturen und einen neuen Spieltisch, der seine Aufstellung seitlich auf der Empore fand. Die Disposition des Instrumentes wurde im Sinne eines „orgelbewegten“ Klangbildes grundlegend verändert. Aus Kostengründen wurden ca. 40 % des Pfeifenmaterials der Fabritius-Orgel wiederverwendet, das schöne neugotische Hauptgehäuse blieb zwar erhalten, wurde aber farblich neu gefasst.

Die Disposition lautete:

1. Manual: Hauptwerk C-g“‘

1. Pommer 16′

2. Principal 8′

3. Gemshorn 8′

4. Oktave 4′

5. Rohrflöte 4′

6. Quinte 2 2/3′

7. Superoktave 2′

8. Mixtur 4-5fach

9. Trompete 8′

2. Manual: Rückpositiv C-g“‘

10. Gedackt 8′

11. Prinzipal 4′

12. Hohlflöte 4′

13. Dolkan 2′

14. Cymbel 2fach

15. Krummhorn 8′

Tremulant

3. Manual: Schwellwerk C-g“‘

16. Prinzipal minor 8′

17. Gedackt 8′

18. Salicional 8′

19. Oktave 4′

20. Traversflöte 4′

21. Waldflöte 2′

22. Quinte 1 1/3′

23. Sesquialter 1-2fach

24. Scharf 4fach

25. Hautbois 8′

Tremulant

Pedal: C-f‘

26. Holzprinzipal 16′

27. Subbaß 16′

28. Oktavbaß 8′

29. Flautbaß 8′

30. Choralbaß 4′

31. Hintersatz 4fach

32. Posaune 16′

elektrische Spiel- und Registertrakturen

Normalkoppeln

2 freie Kombinationen / 1 freie Pedalkombination

Tutti

Zungenabsteller für alle Werke